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Global Action finde ich gut, weil ...

Einsatz auf der Doulos

Mit großen Erwartungen startete ich nach Abitur und Zivildienst im Sommer 2003 in meinen Einsatz auf der Doulos. Ich wollte Gott dienen, klar; aber ich freute mich auch darauf, geistlich zu wachsen, Leute aus der ganzen Welt kennen zu lernen, viele Länder zu sehen, mein Englisch zu verbessern – doch vor allem wollte ich eins: Vor Herausforderungen gestellt werden, die mich als Mensch und Nachfolger Jesu formen und verändern würden. All diese Erwartungen haben sich erfüllt – und wurden weit übertroffen. doulos2

Nach vier Wochen Vorbereitungskonferenzen erst in Holland und dann in Istanbul, wo die Doulos zu der Zeit lag, war endlich der Tag gekommen, dass ich gemeinsam mit den um die 90 anderen Neueinsteigern mein Leben an Bord beginnen würde. Von Anfang an war das Leben an Bord geprägt von zahlreichen wertvollen Begegnungen und Freundschaften mit Menschen, die meinen Blick auf Gott, die Welt und mich selbst in Bezug zu beidem geprägt haben. Durch den morgendlichen Bibelunterricht und durch die vielfältigen freiwilligen Angebote wie die Crew-Bücherei und Jüngerschaftsgruppen durfte ich viel lernen, das meine Beziehung zu Gott verändert hat. Und Herausforderungen gab es bei weitem genügend: Schon das enge Zusammenleben mit Menschen so unterschiedlicher Hintergründe ist nicht immer einfach. Ich habe gelernt, mich selbst nicht so wichtig zu nehmen und mich auf die unterschiedlichsten Kulturen und Persönlichkeiten einzustellen. Darüber hinaus bieten sich einem schon beinahe beliebig viele Gelegenheiten, die eigenen Fähigkeiten auszuprobieren und weiterzuentwickeln. Ich habe viele Veranstaltungen vor größerem Publikum moderiert, in Theaterstücken mitgespielt, und vieles mehr.
Natürlich gibt es auch auf der Doulos eine Art Alltag. Nicht zuletzt arbeitet man 8 Stunden am Tag. Und das ist nicht jeden Tag nur Freude. Ich war zu Anfang auf Deck eingesetzt, wo wir geschrubbt und gestrichen, aber auch das Schiff gesteuert haben. Teilweise haben wir aber auch in bitterer Kälte oder großer Hitze gearbeitet, oder tagelang nur „unter Tage“, wenn es an das Reinigen von Wassertanks ging. Aber auch dies sind rückblickend einzigartige Erfahrungen.

Nach einigen Monaten wurde ich dann gefragt, ob ich in die line- up Abteilung wechseln wolle. Beim line- up geht es darum, gemeinsam mit einem kleinen Team dem Schiff voraus zu fliegen, um in einer Stadt die einige Monate später besucht werden soll, alle nötigen Vorbereitungen zu treffen: Kontakte zu Regierungsbehörden und Hafenverwaltung, Gemeinden und Organisationen, Medien und Sponsoren aufzubauen, Genehmigungen einzuholen, Programme und Einsätze zu planen und anderes mehr. Dass ich in den zwei Jahren, in denen ich diese Verantwortung trug, unheimlich viel gelernt habe, lässt sich erahnen. Vor allem haben wir immer wieder erlebt, wie Gott auf überraschende Weise eingreift und unmöglich geglaubtes möglich macht.
So kam ich immer Sommer 2006 zurück nach Deutschland, auf tief greifende Weise verändert und gereift, und bin nun dabei all das Gelernte in ein „normales“ Leben zu übersetzen. Die zurückliegenden drei Jahre waren die bisher besten meines Lebens und ich kann nur jedem empfehlen, Gottes Ruf in einen solchen Einsatz zu folgen.

Florian war drei Jahre auf der Doulos


Einsatz in Ostasien 

Schon nach den ersten Kontakten mit OM war mir klar, dass diese Organisation mit vollem Herzen für Jesus brennt und ein Jahr in einem anderen Land nicht nur ein Zeitvertreib werden würde, sondern ein aktives Jahr für Gott und die von ihm geliebte Welt!

Als ich von einem relativ unbekannten Land in Ostasien erfuhr, faszinierten mich dessen Menschen und dessen Kultur immer mehr und ich beschloss, den großen Schritt zu wagen und zum ersten Mal weg von Europa zu gehen! Und ich habe es nicht bereut! Es handelt sich um ein Land, das definitiv anders ist und vieles dort ist nicht besonders leicht. Als eins der zehn ärmsten Länder der Erde mussten wir auf vieles, das in Deutschland so „normal“ ist, verzichten, bekamen aber auch einiges an neuen Eindrücken und Erfahrungen dazu.Wir durften unterrichten, predigen, auf Reisen ins Inland Seminare, Tanz- oder Theaterworkshops geben und lernten viele neue Geschwister im Glauben kennen und deren Art, diesen Glauben zu leben.

Allgemein hatten wir viele Freiheiten, verschiedene Dinge auszuprobieren und unsere unterschiedlichen Gaben einzubringen. Natürlich war der Englisch-Unterricht die tägliche Hauptaufgabe, aber daneben besuchten wir Kinderheime, arbeiteten in einem Kindergarten und ermutigten Ortsgemeinden. Eine besondere Betonung in der Arbeit lag auch auf der so genannten Freundschaftsevangelisation. Wir lernten Leute kennen und lebten unseren Glauben, echt und ehrlich. Dabei war mir immer besonders wichtig, diese Menschen nicht als „Missionsobjekt“ sondern als Freund anzusehen und ihnen das auch deutlich zu machen. „Ich bin nicht mit dir befreundet, weil ich dich zu Jesus bringen möchte, sondern ich möchte dir von Jesus erzählen, weil ich dich mag und du mir wichtig bist!“ Dieser Satz   hat für mich bei dieser Art von Missionsarbeit immer eine hohe Priorimönche tät!
Wenn du dich auch für einen Einsatz in diesem schillernden Land mit den lachenden, freundlichen Menschen begeisterst, dann noch ein paar Tipps: Denke daran, dass es einfache Verhältnisse sind und auch die Menschen nicht die gleichen Bildungsstandards haben wie wir hierzulande. Beobachte und versuche, nah an den Menschen dran zu sein, um von ihnen zu lernen. Sei offen für Gottes Handeln in einer uns „Deutschen“ oft ungewohnten Art. Sei bereit, Dinge zu tun, die du sonst nie getan hast und sei flexibel.

Empfehlen würde ich einen Einsatz in Ostasien all denen, die keine Berührungsängste mit ganz anderen Menschen haben und die auch bereit sind, auf einen Lebensstil zu verzichten, den wir schon so gewöhnt sind!

Naemi war ein Jahr mit OM in Ostasien